October 28, 2017

June 14, 2017

April 15, 2017

February 27, 2017

December 17, 2016

November 7, 2016

October 2, 2016

June 26, 2016

Please reload

Recent Posts
Featured Posts

Wände

April 15, 2017

Wände – wir erstellen sie uns, um hinter ihnen Schutz und Sicherheit zu finden. Mag ja auch so sein. Häuser schützen uns vor Kälte, Wind und Regen. Aber auch von Blicken, welchen wir nicht ausgesetzt sein möchten. Wände senden das Signal aus, bis hier hin und nicht weiter.

Solche Wände erbauen wir auch in uns selbst. Wände, Grenzen, Blockaden, welche uns vor uns selbst schützen sollen. Von was sollen sie uns schützen? Vor unseren Emotionen, dem Schmerz, der Angst oder sogar vor unserer grossen Dimension?

Diese Wände nehme ich jahrelang als so gewohnt hin. Mein Raum in mir ist klein und behaglich. Eigentlich fühle ich mich wohl. Bis ich eines Tages mit so einer Wand konfrontiert werde. Autsch! Das tat sogar weh, da ich ziemlich heftig gegen sie stiess. Sie ist hart, stark, und sieht unüberwindbar aus. Ich zieh mich lieber wieder zurück und entferne mich von ihr. Doch mit der Zeit spüre ich, dass der Raum, in dem ich lebe mir selber zu eng wird. Ich spüre, da ist noch mehr ausserhalb dieser Wand.

Vollen Mutes nähere ich mich meiner Wand wieder an. Ich schaue sie genau an. Sie ist wirklich gross und hoch, dick und......Es nimmt mir fast den Atem. Ich berühre sie vorsichtig. Sie ist kühl und etwas staubig. Einen Augenblick möchte ich mich wieder zurückziehen. Doch ich bleibe; und ich schenke ihr mehr Aufmerksamkeit. Denn da ist etwas, was mich zum Bleiben hält. 

Ich schliesse die Augen und lehne mich sanft an sie. So kalt ist sie ja gar nicht. Ich spüre wie ich irgendwie tiefer in sie hineinsinke. Ich nehme eine Verbindung wahr. Es ist als sei ich wie ein Efeu, welches sich mit der Mauer vereint und sie dazu braucht, um nach oben zu wachsen.

Ich höre in sie hinein. Ich sauge sie mit all meinen Zellen in mir auf. Sie spricht mit mir. Mein Herz pocht und ich fühle mich plötzlich unwohl, doch ich bleibe und lausche ihr weiterhin. Nach und nach wird mein Körper weich, die Anspannung lässt nach. Ich und die Mauer, wir verschmelzen miteinander und werden langsam Eins. Es ist als beginne ich mit völliger Leichtigkeit mit ihr zu tanzen. Es gibt keine Wand mehr.

Es eröffnet sich mir eine unglaubliche Weite. Ein neuer unbegrenzter Raum hat sich gerade geöffnet, den ich erahnt, jedoch an den ich nicht geglaubt habe. 

 

Ich mag mich sehr gut an meine Ausbildungszeit zur Bewegungspädagogin erinnern. Wir sollten mit einem Stab tanzen. So etwas Hartes und Unbewegliches. Ich hatte am Anfang Mühe damit. Wie soll ich mich damit anfreunden? In mir herrschte kaum Motivation in Bewegung zu gehen. Ich fühlte mich steif und starr.
Ich lernte dann, je fester ein Gegenstand ist, desto flexibler muss ich sein, damit ich mit diesem Gegenstand in den Fluss komme. Ich öffne mich also. Ich umtanze ihn, bis sich der Stab als beweglich und durchlässig anfühlt. Er wird ein Teil von mir.

Schlussendlich nutze ich seine Stärke, um mich weiterzubringen und mich weiterzuentwickeln. 

 

Es ist wie das Element Wasser, welches harten Stein umströmt und ihn über die Zeit in der Form verändert. So ist es auch mit unseren Blockaden, Ängsten, Wänden....zuerst ist es ein mutiges Herantasten und Erkennen, ein liebevolles Zuhören, ein Umarmen, Akzeptieren und schlussendlich ein Integrieren. Erst dann wird dein Körper weich und beginnt innerlich wieder zu fliessen. Die Wände werden durchbrochen und du siehst, welche gigantische Dimension sich dahinter noch befindet.

 

 

Please reload

Follow Me
Search By Tags
Please reload

Archive
  • Facebook Basic Square
  • Instagram Social Icon

​© 2015 by Katja Uebersax. Proudly created with Wix.com

e-sp@cio
Erhalte Neuigkeiten und raumschaffende Inspirationen für ein erfülltes Leben!